Jung, weiblich, Gamer

von Julienne Stucki – Lackierte Nägel und ein Paar Brüste: Diese Merkmale sorgen beim Mann schnell für Aufmerksamkeit. Was aber geschieht, wenn sie fragt: «Wollen wir eine Runde Fifa 13 spielen?»

storybildSo taff wie Lara Croft Felsen erklimmt und Schurken bekämpft, zocken Ladies tapfer im Wohnzimmer gegen Jungs.Meine Unschuld verlor ich durch einen Klempner. Einen mit Schnurbart – Super Mario! Der kleine Mistkerl hatte es drauf. Er schaffte es, mich in den Kosmos des Gamens zu entführen. Und wie heisst es so schön? Mitgegangen, mitgefangen.Einmal Blut geleckt, interessiert sich Frau für das Gamen. Sie will im Kreuzfeuer den Lauf zuvorderst haben, den Stanley Cup gewinnen und im Unabhängigkeitskrieg die Rotröcke zum Teufel jagen. Vergebens sucht sie aber den Austausch über virtuelle Errungenschaften mit Freundinnen. Weil sich mehr Kerle den Computerspielen hingezogen fühlen, bleibt mir, der Einzelkämpferin, nichts anderes übrig, als im Männerreich anzuklopfen.Barcelonas Elf, rette mich!Erfreut über mein Erscheinen, wird mir der Einlass gewährt. Weil ich nicht nur nett ausschauen will, muss ich hart arbeiten, um in dieser Männerdomäne zu überleben.
Die Sporen verdiene ich mir mit «Fifa 05». Meine beiden Kumpels lassen mich, sagen wir mal – aus Anstand, mitspielen. Um überhaupt einen Stich zu haben, spiele ich monatelang mit der Clubmannschaft Barcelona. Worauf ich natürlich ausgelacht werde – wer spielt schon mit der stärksten Mannschaft? Mich können aber nicht einmal die Grossen wie Ronaldinho oder etwa Eto’o, um nur wenige zu nennen, retten.Der Baby-ChampWas mich nicht umbringt, macht mich stärker. Obschon ich die offizielle Funktion des Punktelieferanten habe, bleibe ich am Ball. Nach jeder neckischen Bemerkung wächst der Wunsch, den Jungs die Köpfe zu waschen. Und dazu kommt es: Ein zehn Zentimeter FIFA-Pokal treibt einen in mir schlummernden Kickerinstinkt zum kaltblütigen Ausschalten der siegessicheren Jungs. Der Anpfiff entfacht meinen Ehrgeiz. Die Vorrunde überstanden. Dann die KO-Runde. Ich meistere sie mit Bravour – und plötzlich werden die Jungs still. Ich zaubere Pässe vom Feinsten, schiesse Tore und lasse die Burschen stehen: Ich bin die stolze Siegerin unseres Turniers! Doch statt mir auf die Schulter zu klopfen, nennen mich meine Kumpels nur verächtlich –Baby-Champ!Ganz so schlimm steht es mit der Wahrnehmung der Jungs trotzdem nicht. Grundsätzlich sind Kerle interessiert an Gamerinnen. Sie finden es cool, wenn das Klischee «Frau und Technik» gelockert wird und sie das Mädel integrieren können. Sie wollen wissen, welche Spiele das weibliche Gegenüber zockt.

Kerle, die mich nicht gut kennen und die ich frage: «Wollen wir Fifa 13 spielen?», zeigen sich überrascht und sind neugierig, ob ich nicht nur bluffe. Wenn es dann zum Match kommt und sie verlieren, ist es mein Lohn für nächtelanges Leiden an der Konsole. Frau, wie ich das geniesse!

Der Gentleman

Darum finde ich: Männer sind entzückt über weiblichen Zuwachs. Manchmal so sehr, dass ihr Gentleman-Instinkt geweckt wird und sie mir sowohl den Vortritt bei der Mannschaftswahl lassen wie auch den Heimvorteil gewähren – ganz so, als würden sie mir die Wagentür öffnen.

Was geschieht aber, wenn sie im Deathmatch von «Call of Duty» dem netten Spielefreund die Birne zum dritten Mal nacheinander wegpustet und dann den Kampfheli auf ihn hetzt? Oder wenn sie ihm im «Fifa»-Match mittels One-Touch-Pässen den letzten Nerv raubt und ihn mit 4:0 im «Old Trafford» stehen lässt?

Ich kenne drei Reaktionen: Typ A fühlt sich so was von gekränkt, dass er stillschweigend am Bier nuckelt. Typ B kann es nicht fassen, dass eine ihn ausgestochen hat und ist positiv überrascht. Typ C schüttelt der Dame ehrfürchtig die Hand.

Egal welcher der drei Typen vor mir steht, alle müssen erkennen, dass die Emanzipation auch beim Gamen Einzug gehalten hat. Im Bad der Anerkennung suhle ich mich trotzdem gern. Ebenso wie ich mir die Wagentüre gerne aufhalten lasse.

veröffentlicht am 16. Dezember 2012 auf 2omin.ch ( http://www.20min.ch/digital/games/story/Jung–weiblich–Gamer-18929463 )

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Shake your booty in The Hip-Hop Dance Experience

„The Hip-Hop Dance Experience“ ist das heisseste „Dance“-Game überhaupt. Es ist auch das erste in dieser Art: Der eigene Avatar wird zum Hip-Hopper, bedient wird das Ganze durch die Kinect-Steuerung und mittels Sprachbefehl können 40 Songtitel gewählt werden. Inis und Ubisoft bieten die Chance, mit bekannten Choreographien den Dancefloor zu erobern.

(von Julienne Stucki)

Im Spiel wird der Tanzwütige garantiert seinen Eifer los. Er wird gefordert bis auf die Knochen. Es gilt zum Beat zu tanzen und die Bewegungen der Tänzer so präzise wie möglich nachzutanzen. Während der Performance gibt es eine Punkteanzeige und zusätzliche werden Feedbacks von „YEPEE“ für richtig spitze über „YAP“, „COOL“, „NETT“ bis zu „MIES“ für nicht geschafft erhalten. In vier unterschiedlichen Modi kann der Spieler sich unter Beweis stellen.

The Hip Hop Dance Experience (Kinect)

Der erste Modus ist „Einstieg jederzeit“. Hierbei können einzelne Songs getanzt werden.  Ein anderer Spieler kann auch während der Performance mit auf den Dancefloor springen. Einige Sekunden die Hand über den Kopf heben und los geht’s. „Dance Party“ ist der Modus, bei dem alleine oder mit einem Freund gegroovt werden kann. Dabei kann jeder den eigenen Schwierigkeitsgrad wählen. Am Ende eines Songs ist die Punktezahl für die besten und schlechtesten Moves ersichtlich. „Dance Party“ ist ganz lustig, um alleine oder zu zweit Spass zu haben.

Die Kalorien purzeln lassen

Anders aber im Modus „Dance Battle“: Hier treten zwei Spieler gegeneinander an und kämpfen um den Sieg. Ein Balken zeigt knall hart an, ob die Tanz-Moves nur „MIES!“ oder doch „YEPEE!“ ausgeführt werden. Im Modus „Dance Marathon“ wird die Tanzkunst unter Beweis gestellt. Praktisch atemlos tanzt der Spieler einen Song nach dem andern und kommt dabei ordentlich ins Schwitzen. Ein Diamantbalken zeigt die Lebensdauer an. Wenn die Tanz-Moves schlecht sind, so schwinden Diamanten und der Marathon findet ein jähes Ende.

The Hip Hop Dance Experience (Kinect)

„Power Skooling“ ist der Modus, bei dem einzelne Tänze langsam erlernt werden. Sie können einzeln ausgesucht und verlangsamt nachgeahmt werden. In allen Modi vertritt der Avatar den Spieler. Um den Avatar nach seinem Gusto Hip-Hop tauglich aussehen zulassen, kann ihm im Modus „Garderobe“ das geeignete Outfit verpasst werden.

Bei der Auswahl der Songtitel kann ebenfalls der Schwierigkeitsgrad der Songs bestimmt werden. Je mehr Flammen, desto schwieriger ist der Song. Ebenso steht dem Spieler zur Auswahl, ob die Songtitel via Bewegung oder via Spracherkennung selektiert werden sollen. Leider klappte die Spracherkennung beim Test nicht. Ansonsten ist die Sensibilität des Kinect-Sensors einwandfrei. Die Bewegungen werden genau übertragen. So genau, dass der Sensor alle meine Patzer und unbeholfenen Armbewegungen problemlos aufzeichnet.

Sexy tanzen

Diese unbeholfene Bewegungen passieren mir trotz des guten Aufbaus der Performance: Die ersten beiden Tänze werden einige Male wiederholt, bevor der nächste eingebaut wird. Eine Performance enthält zwischen vier bis sechs Tänze. Das Spiel ist so angelegt, dass der Spieler die Moves dem Avatar oder des Tänzers, welche zum Beat vortanzt, abgucken kann.

Um den Tanzfluss zu unterstützen, ist im linken Bildschirmrand der nächste Tanz mit Countdown angezeigt. Für mich eine echte Herausforderung auf die genaue Bewegungsabfolge der Vorgabe zu achten, gleichzeitig den nächsten Tanz abzulesen und noch sexy auszusehen – dabei „hip-hoppe“ ich erst auf „Anfänger“. Pausen werden während den Performances zwei bis drei Mal eingelegt. Wenn der Spieler kurz raus muss, dann kann er den Bereich des Sensors einfach verlassen und die Performance pausiert von selbst – was auch mich der Hand über den Kopf halten funktioniert. Der Sound ist cool und gibt dem Game Style. Anzutreffen sind Missy Elliot, Chris Brown, Rhianna, B.o.B und mehr. Generell ist die Aufmachung gut gelungen. Allerdings treten die Hip-Hopper trotz der nötigen „Coolness“ arrogant auf. Und die Outfits sind teilweise fragwürdig.

The Hip Hop Dance Experience (Kinect)

Fazit

Mit „The Hip Hop Dance Experience“ erhält der Spieler definitiv Erfahrung aus der Hip-Hop-Szene. Kaum die Scheibe eingelegt und los geht es mit Performen. Ein Pro für das schnelle Einsteigen ins Spiel. Im Verlauf des Spiels gibt es zwar neue Dancefloors, jedoch können sie nicht frei ausgewählt werden – hierfür ein Contra. Ebenso fehlt ein Modus, bei welchem eigene Choreographien erstellt werden können.

Ansonsten enthält das ultimative Tanzspiel alles: Super Sounds, coole wie schräge Tanz-Moves, fragwürdige Outfits und überhebliche Charakteren. Die Steuerung über den Kinect-Sensor ist einwandfrei und grooven kann alleine oder mit einem Freund.

Den Dancefloor von „The Hip Hop Dance Experience“ ist geeignet für jene, die etwas mehr als choreografische Dummies sind. Oder einfach: Üben, Üben, Üben.

The Hip Hop Dance Experience (Kinect)

„The Hip Hop Dance Experience“ ist knackig und heiss. Mein Fazit: „I like!“

veröffentlicht am 27. November 2012 auf games.ch (http://www.games.ch/8748-the-hip-hop-dance/artikel/test-t12br94016.php )

Die Game-Maschine für die Hosentasche

von Julienne Stucki – Microsoft tritt mit Windows Phone 8 gegen iPhone und Android an. Zumindest als Gameplattform punkten Windows-Smartphones bereits. Wir stellen die besten Spiele vor.

storybildKillerhardware für Killerspiele: Microsoft-CEO Steve Ballmer stellt Windows Phone 8 mit integrierten Xbox-Live-Diensten vor.

Das iPhone ist derzeit in der Schweiz das Mass aller Dinge, wenn es um Smartphones geht. Mit dem neusten Ableger hat Apple erneut ein Gerät lanciert, das den Markt dominieren soll – dies nicht zuletzt im Gaming-Bereich. Von diesem Kuchen wollen aber auch andere ein Stück – darunter Microsoft mit der neuen Windows-Phone-Plattform.

Die Spitzenreiter Apple und Google bedienen den Markt jedoch vorbildlich, was dem Nachzügler Microsoft den Durchbruch im Handy-Geschäft erschwert. Um den Anschluss nicht zu verlieren, legte Microsoft im Oktober das neue BetriebssystemWindows Phone 8 nach. Manch einer fragt sich daher, ob das neue Betriebssystem die iPhones und Androidgeräte tätsächlich konkurrenzieren kann.

Xbox für die Hosentasche

Immerhin handelt es sich beiWindows Phone 8 nicht einfach um ein weiteres Update vorhergehender Windows-Handys: Insbesondere Microsofts Game-Netzwerk Xbox Live wurde zum integralen Bestandteil des Betriebssystems. Handelt es sich also um eine Xbox für die Hosentasche, die auch telefonieren kann?

Die Integration der Xbox-Live-Dienste lässt es vermuten: Alle Daten des Xbox-Live-Accounts wie Gamertags, Freundesliste, Avatare und Gamescores sind über Windows Phone 8 abrufbar – sofern sich das Spiel mit Xbox Live verbindet. Von den mittlerweile über 1000 Spielen im neuen Windows Store sind rund 130 Games mit einem «Xbox»-Logo ausgezeichnet. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Games, die auch auf derXbox 360 laufen würden. Ebensowenig können mit einem Windows-Smartphone Xbox-Live-Arcade-Spiele heruntergeladen werden, die für die Konsole gedacht sind. Das Logo dient lediglich dazu, die Anbindung ans Xbox-Live-Netzwerk herauszustreichen und die Spiele als exklusiv fürs Windows Phone zu kennzeichnen.

Top-PC-Spiele fürs Handy

Auch für die Game-Entwickler bringt das neue BetriebssystemWindows Phone 8 Vorteile: Dank neuer Technologien sollen Spielentwickler PC-Spiele auf einfache Weise auf die mobilen Geräte portieren können. Damit sollen auch sogenannte Triple-A-Spiele – Blockbuster – aufs Handy portiert werden. Wie viele Spielentwickler Games für die Windows-Plattform kreieren werden, entscheidet mit darüber, ob Windows Phone 8 im Spielmarkt tatsächlich zu einem ernstzunehmenden Player wird.

Microsoft zumindest liefert dazu eine mächtige Game-Maschine für die Hosentasche, denn kein anderes Smartphone bietet derzeit eine ähnliche Integration der Gaming-Community. Und mit Xbox Live hält Microsoft eine schwer zu schlagende Trumpfkarte in der Hand.

Die besten Games für Windows Phone

«Ilomilo»

Ein kreatives Spiel für Puzzler und Rätselfreudige. In der dreidimensionalen Landschaft steuert der Spieler die Freunde Ilo und Milo. Das fordert Geschick, denn die sich ständig verändernde Welt trennt die Freunde ständig. Einfache bis knifflige Rätsel sind in über 60 Levels zu lösen.

Xbox Live, Puzzle- und Rätselspiel, Fr. 5.49

«Chromatic»

Im stylischen Towerdefense-Spiel «Chromatic» stellt der Spieler Verteidigungslinien auf, um anstürmende Wellen von Feinden zu eliminieren. Auch Online-Tournaments sind möglich.

Towerdefense, gratis, Pro-Version Fr. 1.29

«Monster Island»

Minibomben werfen, Kettenreaktionen auslösen und damit Monster Island vor den bösen Monstern befreien, damit es die Guten wieder gut haben. Witzig, schräg und mit über 200 Leveln bestückt.

Xbox Live, Geschicklichkeit, Fr. 3.49

«Plants VS. Zombies»

«Plants VS. Zombies» sorgt für reichlich Aufregung. Die irren Zombies rücken langsam in des Spielers Garten vor, mittels Kirschbomben, Maiskanonen und anderen Grünzeug müssen sie weggeballert werden. Das Spiel rockt und ist für taktisch geschickte Zombie-Killer zugeschnitten.

Xbox Live, Tower Defense, Fr. 5.49.

«Contre Jour»

Für dieses Game braucht es ein kreatives Köpfchen, um das Wesen «Petit» geschickt von Plattform zu Plattform zu bringen. «Contre Jour» zeigt, wie schön die Nacht sein kann – ein Licht- und Schattenspiel, genial und kunstvoll!

Xbox Live, Geschicklichkeit, Fr. 3.49

«geoDefense Swarm»

Ein weiteres, wildes Towerdefense-Game mit grafischen Special-Effekten, die den Kopf schwindlig machen. Spieler bauen Labyrinthe für die feindlichen Creeps, um sie in halluzinogenen Ballerschlachten ins Nirvana zu schicken.

Xbox Live, Towerdefense, Fr. 3.49

«Asphalt 5»

An alle Pedaldrücker: Mit «Asphalt 5» kann in einem fetten Ferrari oder dem legendären DeLorean um die Welt gerast werden. 60 Autos, 15 Städte und 150 Races.

Racing, Fr. 3.50.-

«Fruit Ninja»

Bei «Fruit Ninja» – das auch schon für Windows 7 erschienen ist – gilt es, über 10’000 knallig bunte Früchte zu zersäbeln. Mittels Finger über den Bildschirm fahren und das fruchtige Gemetzel kann beginnen. Dieses Spiel eignet sich für geschickte Finger und wache Köpfe.

Xbox Live, Geschicklichkeit, Fr. 1.29

 

veröffentlicht am 30. November 2012 auf 20min.ch